Berlin: Gamescamp

40 Kinder und Jugendliche aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen entwickelten in der Jugendherberge Wannsee eigene Spiele. Insgesamt verteilten sich die Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren auf vier verschiedene Workshops.

Beim Camp ging es generell um die Entwicklung von Spielen. Angeboten wurden zwei Workshops zur Entwicklung digitaler Spiele, ein Workshop zur Entwicklung von Brettspielen und ein Workshop zur Entwicklung von Street Games.

Berlin: Gamescamp

Absoluter Höhepunkt des Jahres war das siebentägige Games-Ferienlager in den Herbstferien. 40 Kinder und Jugendliche aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen entwickelten in der Jugendherberge Wannsee eigene Spiele. Insgesamt verteilten sich die Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren auf vier verschiedene Workshops. Um die Entscheidung leichter zu machen und Fluktuation zu verhindern, wurden die geplanten Workshops am ersten Abend vorgestellt, die Teilnehmer*innen hatten somit eine Nacht, um sich zu entscheiden und schon einmal informelle Gruppen zu bilden. Zu Beginn des Camps wurden gemeinsame Regeln vereinbart, die von allen unterschrieben werden mussten und im Hauptraum ausgehangen wurden.

Beim Camp ging es generell um die Entwicklung von Spielen. Angeboten wurden zwei Workshops zur Entwicklung digitaler Spiele, ein Workshop zur Entwicklung von Brettspielen und ein Workshop zur Entwicklung von Street Games. Bei der Station Creative Gaming konnten Jugendliche mit Hilfe des RPG Makers VX Ace eigene Abenteuer kreieren, Spielwelten bauen, Charaktere erstellen, Quests programmieren und spannende Stories erzählen. Anschließend konnten sie ihre Rollenspiele auch selbst ausprobieren und mit nach Hause nehmen. Der zweite digitale Workshop setzte auf die Programme Bloxels und VR-Co-Spaces. Die Bloxels-Sets bestehen aus einem Brett mit Schach-Muster und kleinen (Pixel-)Steinen, die in dieses „Schachbrett“ eingesetzt werden. So entstehen Pixelbilder, die mit dem Tablet fotografiert und von einer speziellen App in Spiele-Level und Spielfiguren übersetzt werden. Bloxels befinden sich im Schnittmengenbereich zwischen analog und digital und stellten einen besonders niedrigschwelligen Ansatz zur Spieleentwicklung dar.

Für besonderen Nervenkitzel am Abend sorgte das Überlebensspiel Slenderman, dass auf dem gleichnamigen Horrorspiel basiert. Bei dem Spiel mussten die Kinder Gegenstände einsammeln, die über das Gelände verteilt waren. Dabei lauerte den Sammlern aber stets der Slenderman auf. Der Street Game-Workshop eignete sich vor allem für die besonders lebhaften jüngeren Teilnehmer*innen, die dadurch die notwendige körperliche Auslastung erhielten. Die Herausforderung bestand für die Kinder darin, Spiele vom Digitalen ins Analoge zu übersetzen, die Spielregeln zu analysieren und sich dabei auf ein gemeinsames Regelsystem zu einigen. Alle Ergebnisse wurden zum Abschluss im Rahmen einer Mini-gamescom präsentiert, die Teilnehmer*innen sollten also Plakate und Werbematerialien zur Bewerbung ihrer Spiele erstellen. Mit diesen Werbematerialien wurden dann kleine Anspielstationen im Rahmen einer kleinen Messe-Show aufgebaut. Auch die Brett- und Straßenspiele wurden von allen Teilnehmer*innen eifrig ausprobiert.

Im Bereich Sachkompetenzen lag der Fokus bei den digitalen Workshops klar im Bereich Technik. Um die Medienkompetenz der Teilnehmer*innen auszubauen, konzentrierten sich die Fachkräfte auf die Medien- und Programmnutzung sowie die Mediengestaltung. Die Teilnehmer*innen haben verschiedene Programme und Webseiten benutzt, um ein eigenes Spiel zu erstellen, welches sie anschließend gespielt und veröffentlicht haben.

Die Kinder und Jugendlichen sollten bei der Planung des Projekts und bei der Umsetzung und Programmierung Abfolgen verstehen und diese auf andere Situationen übertragen lernen und Strukturen und Regeln erkennen lernen. Insbesondere bei den Älteren wurden Kompetenzen der Gruppen- und Projektarbeit vermittelt. Zu Letzterem gehörte vor allem das Entwickeln in iterativen Prozessen (Entwicklung, Testing, Analyse etc.). Für ein soziales Miteinander wurden kommunikative Fähigkeiten, wie zuhören können und ausreden lassen, aber auch Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft, gegenseitige Beratung und Rücksichtnahme gefördert. Weiterhin wurde großer Wert daraufgelegt, dass die Jugendlichen gemeinsam an einem Projekt wirken lernen und Verantwortung für ihre Position in der Gruppe übernehmen.

Für die persönliche Entwicklung war ein Fokus auf Kreativität, Eigenständigkeit und Selbstmanagement sehr wichtig. Die Teilnehmer*innen sollten ihre schöpferischen Fähigkeiten ausbauen, Selbstvertrauen entwickeln und mutiges Erproben von Verhaltensweisen vor der Gruppe testen. Weitere Schwerpunkte waren die aktive Auseinandersetzung mit einem Thema oder Projekt, das Entwickeln der eigenen Frustrationstoleranz (in Bezug auf Fehlschläge, Wartezeiten usw.) sowie die Selbsteinschätzung und -verwirklichung.

Informationen

Format: Gamescamp
Zeitraum: 01/08/2018 bis 30/10/2018
Stadt: Berlin
Veranstaltungsort: Berlin Jugendherbe Wannensee

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